Prävention ist die Antwort der Pädagogik auf Täterstrategien und Missbrauch begünstigende Umstände. Prävention setzt im Erziehungsbereich an, indem sie den Tätern die Anknüpfungspunkte für ihre Taten entzieht. Mädchen und Jungen brauchen Unterstützung. Ihr Glaube an ihre eigenen Fähigkeiten und ihr Selbstwertgefühl müssen gestärkt werden. Sie sollen um ihr Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung wissen und lernen, sich Hilfe zu holen. Die sieben folgenden Präventionsthemen, die sich aus den Täterstrategien ableiten, beschreiben Kernaussagen der Prävention.
Täterbotschaft: Ich darf mit deinem Körper machen, was ich will! Kinder jeden Alters brauchen die Erfahrung, dass sie selber darüber bestimmen dürfen, wer sie wann und wie anfasst .
Täterbotschaft: Es gefällt dir doch, was ich hier mit dir mache! Die eigenen Gefühle senden dem Kind wichtige Signale zum Erkennen von gefährlichen Situationen.Die Klarheit und das Vertrtauen in die eigenen Gefühle sind ein wichtiger Selbstschutz. Deshalb sollte Erwachsenwerden nicht Überwindung von Gefühlen sondern Bewusstwerdung der verschiedenen, auch gemischten oder widersprüchlichen Gefühle, bedeuten. Dazu ist es notwendig traditionelle Geschlechtsrollenerziehung aufzubrechen, damit Mädchen auch mit ihrer Wut und ihren Aggressionen in Kontakt kommen und diese zeigen dürfen.
Täterstrategie: Die anfänglich normalen Berührungen zu den Kindern werden spielerisch oder so ganz per „Zufall" intensiviert und sexualisiert! Die Fähigkeit, angenehme von unangenehmen Berührungen unterscheiden zu können, bietet Mädchen und Jungen Schutz vor Übergriffen. Denn hier spielen gerade die verwirrenden Berührungen eine wichtige Rolle. Kinder spüren, dass hier etwas Komisches passiert, was sie nicht einordnen können. Sie zweifeln an ihrer Wahrnehmung, da sie den Täter (die Täterinnen*) oft gut kennen, ihn gern haben und nicht glauben können, dass er ihnen etwas Unangenehmes antut. Um sich wehren zu können, müssen sie ihren eigenen Gefühlen trauen können und wissen, dass sie diese Berührungen nicht ertragen müssen, sondern abwehren dürfen. Erwachsene können mit ihnen an dieser Wahrnehmung und Unterscheidungsfähigkeit im Alltag arbeiten und sie dahingehend unterstützen. * Im folgenden Text sprechen wir ausschließlich von "Tätern", da der Anteil der Täterinnen sich in unterschiedlichen Erhebungen zwischen 10 und 30% bewegt
Täter: Weil ich der Überlegene bin, musst du alles machen, was ich dir sage! Ob unangenehm oder nur komisch, Mädchen und Jungen haben das Recht NEIN zu sagen, wenn jemand sie auf eine Art berührt, die ihnen nicht gefällt - egal warum! Nicht die Motive und Gefühle der Erwachsenen sind hierbei entscheidend, sondern die Gefühle der Kinder. Wenn sie die alltägliche Erfahrung machen, dass ihr "Nein" respektiert wird und sie im Familienleben ein Mitbestimmungsrecht haben, fällt es ihnen leichter die bestimmende Art der Täter zu durchschauen.
5.Unterscheide gute und schlechte Geheimnisse Täterstrategie: Wir beide haben jetzt ein Geheimnis miteinander, das darfst du niemandem weitersagen, sonst...! Über schlechte Geheimnisse dürfen Kinder reden. Jeder Täter versucht sein Opfer zur Geheimhaltung zu verpflichten, um ungehindert und ungestraft weitermachen zu können. Den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Geheimnis zu kennen, ist sehr hilfreich für Kinder. Über schlechte Geheimnisse zu sprechen, ist nicht dasselbe wie Petzen, sondern das Recht von Kindern auf Hilfe.
Täterstrategie: Es passiert etwas Schlimmes, wenn du darüber redest! Kinder haben ein Recht auf Hilfe. Wenn Kinder von Erlebnissen berichten, in denen ihnen sexuelle Gewalt angetan wurde, so sind sie glaubwürdig und sollten von Erwachsenen unbedingt ernst genommen werden. Sie phantasieren sich nicht in Opferrollen hinein, schon gar nicht in das Opfer eines sexuellen Missbrauchs. Denn die kindliche Phantasie versetzt Kinder in die Rolle der Starken, der Helden, die von den anderen bewundert und gemocht werden. Kinder, die es gewohnt sind, dass ihre Bezugspersonen ihnen zuhören und ihnen bei Problemen im Alltag zur Seite stehen, vertrauen auch im Falle von sexuellem Missbrauch eher darauf, dass ihnen geglaubt und geholfen wird.
7. Kinder haben niemals Schuld Täterstrategie: Du bist mit daran Schuld, du hast mich provoziert, du wolltest das doch! Kinder fühlen sich meistens schuldig, wenn ihnen sexuelle Gewalt angetan wird. Dies ist einer der wichtigsten Gründe, warum das Opfer mit niemandem darüber spricht. Diese Schuldgefühle sind vom Täter beabsichtigt. Schweigt das Opfer, braucht er nichts zu befürchten und kann ungehindert weiter machen. Die volle Verantwortung liegt bei den missbrauchenden Erwachsenen.
| Aktuell Herzlichen Glückwunsch! Fortbildungen Fortbildungen im
Spendenkonto Mitgliedschaften
Letztes Update: 03.09.2010 |